65 Jahre Gesteinshüttenkunde an der RWTH Aachen – eine Institutschronik –
✍ Scribed by Gerhard Ondracek
- Publisher
- John Wiley and Sons
- Year
- 1993
- Tongue
- English
- Weight
- 947 KB
- Volume
- 24
- Category
- Article
- ISSN
- 0933-5137
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✦ Synopsis
Nur der Wille macht die Idee zur Wirklichkeit: zu Beginn dieses Jahrhunderts sind es zwei hiittenmannische Institute fur Eisenhuttenkunde und GieRereiwesen fur Metallhuttenkunde und Elektrometallurgie an der TH Aachen, in denen das Nachdenken uber die Idee beginnt, im Rahmen der ,,Stoffwirtschaft" auch nichtmetallische Werkstoffe hiittenmannisch zu behandeln. Geheimrat Professor Wust und Dozent Dr. Quasebart gehoren vor 1914 zu den Nachdenklichen, die beiden Professoren Hoff und Rontgen werden nach 1920 zu den Akteuren, die ,,die wissenschaftliche Erfassung der Vorgange bei der Verhuttung der Gesteine, also der Keramik, dem Glashuttenwesen, der Schlackenerzeugung . . . auf eine breitere Basis" stellen wollen [l]. Jener Mann, dessen Wille die Idee Wirklichkeit werden lafit, habilitiert sich 1926 an der Fakultat fur Stoffwirtschaft: Dr. Hermann Salmang [2], Leiter der Silicatabteilung des Instituts fur Eisenhuttenkunde der TH Aachen. Bis zum 21. Juli 1928 ist diese Abteilung zum Jnstitut fur Gesteinshuttenkunde ... ausgebaut worden. Die Technische Hochschule hat zu diesem Zweck ein Gebaude mit Grundstuck erworben, in dem die Lehr-und Forschungsarbeiten in Kiirze aufgenommen werden" [3] (Abb. 1). Die Lehre sol1 ,,das ganze Gebiet der Keramik, der Technologie des Glases, der Schlacken, der Zemente" umfassen [4], erklart Grundungsdirektor Salmang in seiner Einweihungsrede, ohne ,,die Vorlesungen uber die einzelnen technologischen Facher allzusehr biq ins einzelne zu verasteln" [l]. ,,Das Studium sol1 bis zum Vorexamen auf rein naturwissenschaftlicher Basis erfolgen. Auch nach dem Vorexamen sollen nicht ausschlieBlich technische Studien betrieben werden. Eine Vertiefung der Kenntnisse in Mineralogie, Physik oder physikalischer Chemie erscheint als erstrebenswert" [l]. Konzept oder Vision? Die Diskussionen des Wissenschaftsrates 1993 zur materialwissenschaftlichen Lehre und Forschung scheinen vor diesem Hintergrund wie ein Zitat der Vater durch die Enkel. Auch der Hinweis zur Literaturanalyse als Teil effektiver Forschungsarbeit gehort -wie eine Mahnungin diesen Kontext: das Schrifttum ,,ist so reichhaltig, daR es als eine Verpflichtung erscheinen muB, die in ihm vergrabenen Schatze zu heben" [4]. Und wo notig, durch neuere Ergebnisse zu korrigieren: beispielsweise zeigen die experimentellen Befunde des 1930 zum Professor ernannten Institutsdirektors Salmang (AM. 2), ,,daR aquivalente Mengen von FluBmitteln den Kegelschmelzpunkt" von Schlacken nicht, wie bis dahin angenommen, ,,um denselben Betrag senken, ... sondern das Gesetz der heterogenen Gleichgewichte auf die Schmelzerscheinungen . . . angewandt werdcn mus-Abb. 2. Die Direktoren des Instituts fur Gesteinshuttenkunde der RWTH Aachen
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