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24. Die Lévěque-Analogie – eine bisher unbeachtete Analogie zwischen Impuls-, Wärme- und Stofftransport und ihr praktischer Nutzen für die Verfahrenstechnik

✍ Scribed by Prof. Dr.-Ing. H. Martin


Publisher
John Wiley and Sons
Year
1996
Tongue
German
Weight
249 KB
Volume
68
Category
Article
ISSN
0009-286X

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✦ Synopsis


Voraussetzung fur die Total-site-Analyse ist ein sogenannter ,,Normallastfall". Haufiges An-und Abfahren von Anlagen sowie standige Lastwechsel fuhren dazu, daR sich kein ,,Normallastfall" definieren laRt. Die stoffliche Verknupfung von Anlagen und Energieversorgungssystemen kann nicht beriicksichtigt werden.

In diesen Fallen ist die Entwicklung eines Standortmodells erforderlich. Das Standortmodell setzt sich aus folgenden Einzelmodellen zusammen: Konfinuierliche Anlagen: Hierbei ist zu unterscheiden zwischen Grey-box-und Black-box-Modellen, Grey-box-Modelle beschreiben die Warmeleistungen von Warmetauschern, die mit Dampf bzw. HeiBo1 beheizt werden, in Abhangigkeit von der Last und beriicksichtigen dariiber hinaus das prozedinterne Temperaturniveau. Die einfachen Black-box-Modelle geben lediglich den gesamten Dampf-b m HeiRolbedarf an. Aufgrund des hoheren Aufwandes werden Grey-box-Modelle bevorzugt fur groRere Anlagen erstellt, kleinere Anlagen werden durch Black-box-Modelle wiedergegeben. Absafzweise Anlagen: In diesem Fall mu8 der Energieverbrauch als Funktion der Zeit bekannt sein. Dieser Zusammenhang laRt sich anhand betrieblicher Messungen bestimmen oder durch eine Modellierung des Prozesses ermitteln. Dampferzeuger und Hegolofen: Diese Modelle stellen einen Zusammenhang zwischen der zu erzeugenden Warmeleistung und den einzusetzenden Brennstoff-bzw Ruckstandsmengen her und berechnen die Kosten fir den Brennstoffeinsatz. Die Integration der Einzelmodelle unter Beriicksichti-gung der Infrastruktur des Werkes fuhrt zu einem Standortmodell. Dadurch ist es moglich, die Energieversorgungssituation des Werkes in Abhangigkeit von der Fahrweise der Anlagen zu bestimmen. Das Standortmodell laRt sich sowohl zu Analyse-als auch zu Planungszwecken einsetzen: Berechnung der Einsparung an Primarenergie fur Verbesserungsmahahmen in den Anlagen. Dadurch ist eine direkte okonomische Bewertung der VerbesserungsmaRnahmen moglich. Bewertung technischer h d e r u n g e n der Infrastruktur, z. B. Installation einer zusatzlichen Dampfschiene, Umriistung des Dampferzeugers/HeiRolofens zur Verbrennung von Ruckstanden und Integration einer Turbine zur Stromerzeugung. Koordination absatzweiser Prozesse, um die Produktion der Betriebe und den werksweiten Dampf-b m . HeiBolbedarf zu vergleichmafiigen. Vorhersage von Dampf-bzw. HeiRolbedarf und anfallenden Ruckstandsmengen in Abhangigkeit von der Produktionsplanung. Venvendung als Instrumentarium zur werksweiten Dampfabrechnung. Vorhersage der Energiesituation des Werkes vor der Errichtung von Neuanlagen, in den diese in das Standortmodell integriert werden. Datenbereitstellung fur die Umriistung/Neuerrichtung eines Dampferzeugers bzw. HeiRolofens.